Anlass

Über Jahrhunderte prägte der Mensch durch Nutzung und Kultivierung die ihn umgebende Landschaft. So entstanden aus den einstigen „Naturlandschaften“ unsere heutigen, vielfältigen „Kulturlandschaften“. Mit ihren jeweiligen individuellen, charakteristischen Eigenarten unterscheiden sie sich deutlich voneinander und „erzählen“ Geschichten über die kulturelle Entwicklung der dort lebenden Menschen. Damit sind sie ein Teil dessen, was wir als „Heimat“ bezeichnen und haben eine große Bedeutung für das Identitätsgefühl der Bevölkerung.

 

Auf breiter Ebene in der Bevölkerung vorhandene Kenntnisse unserer Geschichte und Kulturlandschaft sind Grundvoraussetzung, um diese charakteristische Eigenart unserer Landschaften zu erhalten und nachhaltig zu entwickeln: Nur was ich kenne, kann ich auch schützen und weiterentwickeln. Das geplante Projekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf verfolgt deshalb den Ansatz, die Bevölkerung gezielt in den Erhalt und die Entwicklung unserer Kulturlandschaft einzubeziehen.

 

Um ehrenamtliches Potenzial sowohl für die Kartierung von historischen Kulturlandschaftselementen als auch für deren generellen Erhalt auszuschöpfen, braucht es vor Ort Ansprechpartner, die umfängliche Kenntnisse im Themenfeld Kulturlandschaft besitzen und unter Einbeziehung der Bevölkerung regionale Initiativen zum Erhalt der historischen Kulturlandschaft starten können. Als Koordinatoren solcher Initiativen käme ihnen überdies eine bedeutende Rolle als Bindeglied zwischen Bürgern und Behörden bzw. Verbänden zu - vergleichbar zu den in Bayern von den Landkreisen bestellten Heimatpflegern, die im Bereich der Denkmal- und Brauchtumspflege tätig sind.

 

Projektziele

Ausbildung von Kulturlandschaftspflegern

Um diese derzeit bestehende personelle Lücke zu schließen, sollen interessierte Bürger und Heimatpfleger qualifiziert werden, um als Botschafter der Kulturlandschaft und als Initiatoren/Koordinatoren von ehrenamtlichen Projekten im Bereich Kulturlandschaft agieren zu können. 

Zum 1. Dezember 2013 startete an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ein Projekt mit dem Ziel, ein Ausbildungsprogramm für heimatkundlich interessierte oder im Naturschutz aktive Bürger zu entwickeln. Die hierfür, in Kooperation mit den entscheidenden Fachstellen, erarbeitete Schulung wird beispielhaft mit Teilnehmern aus den kooperierenden Leader-Regionen erprobt. Die Teilnehmer sollen während des Schulungszeitraums ein erstes kulturlandschaftliches Bürgerprojekt in ihrer Region initiieren. Dabei werden sie von den Seminarleitern und der Teilnehmergruppe unterstützt. Ziel ist ein nachhaltiges Wirken der Kulturlandschaftspfleger in den Regionen und die Vernetzung der Schulungsteilnehmer untereinander.

 

Institutionalisierung der Kulturlandschaftspfleger

Die ausgebildeten Kulturlandschaftspfleger werden institutionell und organisatorisch in der Region verankert. Sie bilden ein Netzwerk, über das regelmäßig Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Initiativen verfolgt werden. Über eine Internetseite wird dieses Netzwerk für die breite Öffentlichkeit transparent dargestellt.

 

Durch die Etablierung der Kulturlandschaftspfleger können in den beteiligten Regionen gemeinsam mit den Bürgern und im Austausch mit den politischen Vertretern und Behörden maßgeschneiderte Initiativen entwickelt werden, die über den Erhalt des kulturhistorischen Erbes und die schonende Entwicklung der Kulturlandschaft hinaus das Bürgerengagement und ein lebendiges Gemeindeleben stärken. Nicht zuletzt können dadurch ein reiches Potential an Wissen und der ökonomische Faktor ehrenamtlicher Leistungen genutzt werden.

 

Institutionalisierung des Ausbildungsganges

Im Projekt soll außerdem die Frage geklärt werden, bei welcher Institution die Ausbildung der Kulturlandschaftspfleger verankert werden soll.

 

Ein Projekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Aktuelle Termine

23. September 2015, 18 Uhr: Eröffnung der Ausstellung "Zwischenlichten" im Oberfränkischen Textilmuseum Helmbrechts

25. September 2015:

Projekt-Abschlussveranstaltung, St. Gereon Forchheim

4. Oktober 2015, 12.00-18.00 Uhr: Kerwa-Ausstellung Pretzfelder Wässerwiesen in der Schulaula.

16. Oktober 2015, 15.00 Uhr: Projektpräsentation und Einweihung von Wegestein und Infotafel in Gefrees.

31. Oktober 2015, Tagesfahrt nach Freiberg /Sachsen. Besucherbergwerk und Terra Mineralia, veranstaltet vom AK Archäologie des Nordoberfränkischen Vereins für Natur-, Geschichts- und Landeskunde (Ansprechpartner: Peter Braun, Oberkotzau)

17. November 2015, ab 18.30 Uhr, Rathaus Küps: Abschlussveranstaltung zum Projekt "Jüdischer Friedhof in Küps"

Ausbildung zum Ehrenamtlichen Kulturlandschaftsbeauftragten
Flyer Ausbildung Kulturlandschaftsbeauft
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Projektförderer

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

 

Bereich forstliche Forschung des BayStMELF

 

Oberfrankenstiftung