Erhalt und Entwicklung der Kulturlandschaft

Über Jahrhunderte prägte der Mensch durch Nutzung und Kultivierung die ihn umgebende Landschaft. So entstanden aus den einstigen „Naturlandschaften“ unsere heutigen, vielfältigen „Kulturlandschaften“. Mit ihren jeweiligen individuellen, charakteristischen Eigenarten unterscheiden sie sich deutlich voneinander und „erzählen“ Geschichten über die kulturelle Entwicklung der dort lebenden Menschen. Damit sind sie ein Teil dessen, was wir als „Heimat“ bezeichnen und haben eine große Bedeutung für das Identitätsgefühl der Bevölkerung.

 

Von besonderem Wert sind sogenannte “Historische Kulturlandschaftselemente“. Dabei handelt es sich um Objekte und Strukturen in der Landschaft, die in einer früheren Epoche durch menschliches Handeln entstanden sind. Das können sowohl gebaute Elemente sein, wie z. B. Kreuze, Kanäle und Mühlen als auch "gewachsene" Objekte und Strukturen, wie Hohlwege, Hecken oder Niederwaldreste. Historische Kulturlandschaftselemente zeugen von früheren sozialen, ökonomischen und herrschaftlichen Verhältnissen und haben damit geschichtliche Bedeutung. Darüber hinaus prägen sie die Landschaft einer Gegend und können ihr einen eigenen Charakter verleihen.

 

Aufgrund des Wertes historischer Kulturlandschaften und der andererseits vielfältigen Nutzungsansprüche an die Landschaft wurde in diversen Gesetzen (z.B. im Bundesnaturschutzgesetz, Raumordnungsgesetz, Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz) deren Erhalt, Pflege und Entwicklung als Handlungsauftrag definiert. Beispielhaft sei hier das aktuelle deutsche Bundesnaturschutzgesetz genannt, welches im §1 Abs. 4 fordert, "Naturlandschaften und historisch gewachsene Kulturlandschaften, auch mit ihren Kultur-, Bau- und Bodendenkmälern vor Verunstaltung, Zersiedelung und sonstigen Beeinträchtigungen zu bewahren".

 

Auf europäischer Ebene formuliert die im Jahr 2000 veröffentlichte Europäische Landschaftskonvention unter anderem die Ziele, den Schutz, die Pflege und die Gestaltung der Landschaft zu fördern und Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung der Bevölkerung für die Landschaft zu treffen (Europäisches Landschaftsübereinkommen, Florenz 20.10.2000. Nichtamtliche Übersetzung Deutschland. Veröffentlicht unter http://conventions.coe.int/Treaty/GER/Treaties/Html/176.htm.jhgfds).

 

Defizite

Durch landschaftsverändernde Prozesse, wie die Intensivierung von Flächennutzungen oder bauliche Maßnahmen, sind Kulturlandschaften und ihre historischen Elemente zunehmend von einer unumkehrbaren Zerstörung und Vereinheitlichung bedroht. Problematisch ist dabei nicht der Landschaftswandel an sich, sondern die hohe Geschwindigkeit und geringe planerische Steuerung der Veränderungen.

 

Obwohl der Schutz von Kulturlandschaften seit über 30 Jahren gesetzlich verankert ist, wurden in Deutschland bislang keine flächendeckende Bestandserfassung ihrer Merkmale und keine ausreichende Berücksichtigung in der Planung erreicht. Deshalb wird es als notwendig erachtet, das Thema durch aktive Beteiligung der Bürger in der Gesellschaft zu verankern und Initiativen, wie z. B. zur Erfassung historischer Kulturlandschaftselemente zu fördern.

 

Ein Projekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Aktuelle Termine

23. September 2015, 18 Uhr: Eröffnung der Ausstellung "Zwischenlichten" im Oberfränkischen Textilmuseum Helmbrechts

25. September 2015:

Projekt-Abschlussveranstaltung, St. Gereon Forchheim

4. Oktober 2015, 12.00-18.00 Uhr: Kerwa-Ausstellung Pretzfelder Wässerwiesen in der Schulaula.

16. Oktober 2015, 15.00 Uhr: Projektpräsentation und Einweihung von Wegestein und Infotafel in Gefrees.

31. Oktober 2015, Tagesfahrt nach Freiberg /Sachsen. Besucherbergwerk und Terra Mineralia, veranstaltet vom AK Archäologie des Nordoberfränkischen Vereins für Natur-, Geschichts- und Landeskunde (Ansprechpartner: Peter Braun, Oberkotzau)

17. November 2015, ab 18.30 Uhr, Rathaus Küps: Abschlussveranstaltung zum Projekt "Jüdischer Friedhof in Küps"

Ausbildung zum Ehrenamtlichen Kulturlandschaftsbeauftragten
Flyer Ausbildung Kulturlandschaftsbeauft
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Projektförderer

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

 

Bereich forstliche Forschung des BayStMELF

 

Oberfrankenstiftung